Der Aufbruch - Dem Ruf meines Herzens folgen
- franzi-k1
- 12. Sept. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Bereits mit 19 Jahren habe ich mich für einen Weg entschieden, der für viele Menschen „nichts ist“.
Hinter dieser Entscheidung steckte weder Trotz noch eine Ablehnung der Gesellschaft oder der Wunsch zu fliehen. Es war und ist ein innerer Ruf.
Eine innere Stimme, der ich bis heute folge.
Es war eine Zeit, in der ich morgens keinen Grund hatte aufzustehen.
Ich studierte Wirtschaftsinformatik, doch wenn ich nach der Hochschule vor meinen Unterlagen saß, spürte ich nichts. Keine Begeisterung. Keine Verbindung. Kein echtes Interesse. Und ehrlich gesagt verstand ich das meiste von dem, was dort gelehrt wurde, nicht einmal ansatzweise.
Zur selben Zeit ging meine Beziehung auseinander. Ich verbrachte viele Stunden im Bett. Das Einzige, was mir in dieser Phase Halt gab, waren Bücher. Ich tauchte in Geschichten ein, die nichts mit meiner eigenen Realität zu tun hatten.
Schon als Kind war Lesen mein Zufluchtsort. Immer wenn ich mit der Welt um mich herum nicht zurechtkam, verschwand ich zwischen den Seiten eines Buches.
Und genau in dieser Zeit meldete sich diese innere Stimme.
Sie sagte mir, dass das Leben nicht dafür gedacht ist, morgens ohne Freude aufzuwachen. Dass ich nicht hier bin, um mich in Fantasiewelten zu verstecken, weil ich mein eigenes Leben nicht leben möchte.
Für mich war klar: Der Sinn des Lebens kann nicht darin bestehen, ein Leben zu führen, vor dem man am liebsten fliehen würde.
Dann kam der Wendepunkt.
Ich stand mit meiner damaligen besten Freundin im Fitnessstudio und erzählte ihr von meiner inneren Dunkelheit und depressiven Phase.
Meine Freundin erinnerte mich an einen Traum, den ich fast vergessen hatte.
Ich wollte nach Costa Rica reisen, Spanisch lernen und mit Tieren arbeiten. Tiere zu retten war schon immer ein Herzenswunsch.
In diesem Moment war sie wieder da – meine Richtung.
Plötzlich wusste ich wieder, wofür ich morgens aufstehen wollte.
Ich ging nicht mehr zur Hochschule. Ein einziges Mal kehrte ich zurück, um mich von den Menschen zu verabschieden, die mir in dieser kurzen Zeit ans Herz gewachsen waren.
Ich suchte mir einen Vollzeitjob und arbeitete etwa acht Monate lang – oft nachts und auch an den Wochenenden. Ich legte Geld zur Seite und finanzierte mir damit meine erste Weltreise.
Das war der Anfang.
Der Anfang eines Lebens, bei dem viele Menschen sagen: „Das könnte ich nicht.“
Doch ich möchte ein Leben führen, für das ich morgens gerne aufstehe. Ein Leben, das mit meinen Werten übereinstimmt.
Ich möchte meine eigene beste Freundin sein. Einen inneren Dialog führen, der von Liebe, Frieden und Mitgefühl geprägt ist – und genau das an andere weitergeben.
Ich wünsche mir ein Leben, das der Welt dient.
Ein Leben, in dem Tiere mit Respekt behandelt werden.
Ein Leben, in dem Menschen wichtiger sind als Geld und jeder Mensch den gleichen Wert besitzt.
Ein Leben, in dem wir einander unterstützen, statt gegeneinander zu kämpfen.
Ein Leben, in dem Vergebung stärker ist als Verurteilung.
Ein Leben, in dem ich meine Gaben lebe und den Mut habe, dem zu folgen, was in mir wachsen möchte.
Ich lebe für Gesundheit. Für den Dienst an der Erde und all ihren Lebewesen. Dafür, auf meine inneren Stimme zu vertrauen und sie überhaupt erstmal wahrnehmen und zuhören.
Ich möchte Dinge wagen, vor denen ich Angst habe – und andere dazu ermutigen, dasselbe zu tun.
Ich möchte die Vielfalt meines eigenen Wesens entdecken und gleichzeitig die Vielfalt dieser Welt erleben. Immer wieder meine Komfortzone verlassen, wenn mein Herz mich dazu auffordert.
Ich wünsche mir eine Welt, in der Menschen sich mit Liebe begegnen, sich in den Arm nehmen und sich gegenseitig stärken. Anstatt hinter dem Rücken mies übereinander zu reden.
Mir wurde früh klar, dass dieser Wandel zuerst in mir selbst beginnen musste. Denn solange ich innerlich kämpfe, trage ich diesen Kampf unweigerlich nach außen.
Ich glaube, dass viele Konflikte in unserer Welt ihren Ursprung darin haben, dass Menschen mit sich selbst im Krieg sind – mit ihrem Körper, ihren Gefühlen, ihrem Leben und schließlich auch mit anderen Menschen.
Deshalb habe ich mich vor Jahren entschieden, diesen Krieg in mir zu beenden und ihn Schritt für Schritt in Liebe, Frieden und Wohlwollen zu verwandeln.
Seitdem ist eines meiner größten Ziele, meine eigene beste Freundin zu sein. Denn ich glaube daran: Wie innen, so außen.
Wenn ich etwas in der Welt verändern möchte, beginnt es bei mir selbst.
Ich wusste außerdem, dass es Menschen gibt, die ähnliche Werte teilen. Also machte ich mich auf den Weg, sie zu finden. Lange Zeit lebte ich in einem Umfeld, dessen Ziele nicht meine waren.
Dabei wurde mir bewusst, wie sehr unser Umfeld uns prägt.
Deshalb veränderte ich meine Umgebung – für mein Herz, für meine Seele, für die Tiere, für die Natur und für meine Gesundheit.
Ich habe erfahren, dass dieser Weg nicht immer leicht ist. Er bringt Widerstände mit sich. Einsamkeit. Schmerz. Ablehnung.
Doch ich gehe lieber diesen herausfordernden Weg, als ein Leben zu führen, in dem ich mich fremd in auf dieser Welt fühle und langsam verkümmere.
Ich möchte mir selbst näherkommen. Mich kennenlernen, entfalten und mit meinem Leben einen Beitrag leisten.
Mein Herz trägt mich dabei. Und für mich ist das eines der größten Geschenke Gottes.
Ich durfte immer wieder erfahren, wie sehr ich von einer höheren Kraft getragen werde – manche nennen sie Gott, andere Universum, Schöpfer, Allah, Dao oder anders.
Es gibt viele Namen für diese Quelle des Lebens. Für die Quelle, die unsere Meere bewegt, die Elemente hervorbringt, unsere Herzen schlagen lässt.
Ich habe Momente erlebt, die ich nur als Wunder beschreiben kann.
Erfahrungen, die mich tief berührt haben und mir gezeigt haben, wenn wir den Mut haben, durch unsere Dunkelheit zu gehen. Wenn wir wieder aufstehen, obwohl alles in uns liegen bleiben möchte. Wenn wir bereit sind, unseren Ängsten zu begegnen und den Schmerz nicht länger zu vermeiden.
Dann wird oft mehr möglich, als wir uns vorstellen können.
Ich habe das selbst immer wieder erleben dürfen.
Und genau deshalb schreibe ich diese Zeilen.
Vielleicht erinnern sie auch dich daran, auf deine eigene innere Stimme zu hören.

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